Die Spürnasen
Wenn Menschen verschüttet sind, ist eine Rettung oft nicht ohne eine qualifizierte Ortung möglich. Die Einsatztaktik der Fachgruppe Ortung (FGr O) setzt auf die Kombination von Bergungsspezialisten, Rettungshunden und technischem Ortungsgerät. Diese gebündelte Fachkompetenz kann für die unterschiedlichsten Aufgaben genutzt werden. Zu den bekanntesten wird der Einsatz im Rahmen von internationalen Erdbebeneinsätzen zählen. Ebenso wie im Ausland kommt die Fachgruppe Ortung natürlich auch bei Gebäudeeinstürzen im Inland z.B. nach einer Gasexplosion zum Einsatz.
Neben der Verschüttetensuche gibt es aber noch weitere Aufgabenfelder:
Die Rettungshunde sind auch zur Flächensuche ausgebildet und können so beispielsweise zur Unterstützung der Polizei bei der Suche nach Vermissten eingesetzt werden. Außerdem können mit dem technichen Ortungsgerät neben verschütteten Personen auch defekte Versorgungsleitungen lokalisiert werden.
Prinzipiell werden beim THW zwei Ausführungen der FGr Ortung unterschieden:
Typ A verfügt sowohl über technische Ortungsgeräte als auch über eine biologische Ortung, also Rettungshunde.
Typ B verfügt lediglich über eine technische Ausstattung.
Bei der Fachgruppe Ortung des Ortsverbandes Mainz handelt es sich um die Ausführung ‚Typ A’.
Die Gruppe setzt sich wie folgt zusammen:
| Funktion | Zusatzfunktion | Anzahl |
|---|---|---|
| Gruppenführer | 1x Technischer Berater Ortung |
1 |
| Truppführer | 1x Technischer Berater Ortung 1x Ausbilder biologische Ortung |
2 |
| Fachhelfer |
6x Rettungshundeführer |
9 |
| Gesamt |
12 |
|
Die biologische Ortung

Als biologische Ortung bezeichnet man den Vorgang mittels ausgebildeter Rettungshunde verschüttete oder vermissten Menschen aufzufinden. Vorrausetzung hierfür ist der besonders gut ausgeprägte Geruchssinn der Hunde. Ihre Riechschleimhaut ist verglichen mit der des Menschen ca. 30 mal größer und 16 mal dicker, die Anzahl der Riechzellen beträgt bis zum 44-fachen (ca. 220 Millionen Zellen). Dies allein macht allerdings noch keinen Hund zum Rettungshund. Zu einem Rettungshund gehören zusätzlich noch ein ausgeprägter Spiel- und Beutetrieb, Gehorsam und Kondition. Um einen Rettungshund auszubilden bedarf es eines großen Zeitaufwandes und viel Geduld. Im Schnitt wird die Ausbildung bei einem wöchentlich Zeitaufwand von rund 10 Stunden 1,5 bis 2 Jahre andauern. Ziel dieser Ausbildung ist es dem Hund anzutrainieren bei der Witterungsaufnahme eines Verschütteten bzw. Vermissten solange am Fundort zu verbellen, bis der Hundeführer bei ihm ist. Die Ausbildung beim THW erfolgt dabei nach der, seit dem 01. Januar 2005 in Kraft getretenen, "Gemeinsamen Prüfungsordnung für Rettungshunde". In dieser Prüfungsordnung haben sich die Rettungshundestaffeln von ASB, DRK, JUH und THW zu einer gemeinsamen Ausbildungs- und Prüfungsordnung zusammengeschlossen. Dies dient dazu einheitliche Standarts zu gewährleisten und die Zusammenarbeit bei Ausbildung und Einsätzen zwischen den Organisationen zu verbessern. Seit dem 01. Januar 2006 sind auch die Rettungshundestaffeln des MHD der gemeinsamen Prüfungsordnung beigetreten.
Die Ausbildung beginnt mit dem sogenannten "Eignungstest". Hier werden Grundanlagen des Hundes und der gemeinsamen Zusammenarbeit zwischen Hund und Hundeführer betrachtet. Ziel ist es festzustellen ob sich Hund und Hundeführer für die Ausbildung zum Rettungshundeteam eignen.
Hieran schliesst sich dann die Ausbildung im Bereich der Trümmer- und Flächensuche. Zusätzlich erhält der Helfer - wie alle Mitglieder der Fachgruppe Ortung - eine spezifische Fachausbildung für die Mitarbeit in der Fachgruppe Ortung.
Die Einsatzbereitschaft des Rettungshundeteams wird dann in einer Prüfung festgestellt. Im Rahmen der Trümmerprüfung muss der Hund dann, ohne zutun des Hundeführers, eine unbekannte Anzahl an verschütteten Personen auffinden und deutlich sichtbar durch verbellen anzeigen. Dabei werden unter anderem Störgeräusche und Rauchentwicklung eingesetzt um die Konzentrationsfähigkeit zu überprüfen. Bei der Flächensuche gilt es für das Team zwei als vermisst geltende Personen in einem Waldgebiet aufzuspüren. Auch hier muss der Hund nach auffinden der Person dies durch deutliches verbellen anzeigen. Der jeweilige Hundeführer hat sein Tier genau zu beobachten und den Verweis zu bestätigen. Da Rettungshund und Hundeführer ein Team darstellen, kann auch Fehlverhalten des Hundeführers, z.B. das Missachten von Vorschriften oder Anweisungen, falsches Einschätzen des Einsatzgebietes, dazuführen, dass die Prüfung als nicht bestanden gilt. Wird die Prüfung bestanden, so muss diese alle 18 Monate wiederholt werden um die Einsatzbereitschaft aufrecht zu erhalten.
Voraussetzung für die Rettungshund-Prüfung ist ein Mindestalter von 14 Monaten des Hundes und abgeschlossene Helfer-Grundausbildung beim Hundeführer. Als Rettungshunde kommen alle Rassen infrage, die auf Grund Ihrer Körpergröße in der Lage sind sich sicher auf einem Trümmergelände zu bewegen.
Als technische Ortung bezeichnet man den Vorgang verschüttete Menschen mittels elektronischer Geräte wahrzunehmen, und deren genaue Lage unter den Trümmern zu lokalisieren. Beim THW werden zur Zeit Geräte zweier Hersteller eingesetzt. Es handelt sich dabei zum einen um den LIFE DETECTOR der Fa. Wandel & Goltermann, sowie um das Verschüttetensuchgerät ZEB/HG-6U der Fa. WASAG Chemie. Beide Geräte arbeiten nach dem gleichen Prinzip:
Nummerierte Bodenschallaufnehmer (Geophone) werden auf den Trümmern ausgelegt, um Klopf- oder Scharrgeräusche von Verschütteten aufzunehmen. Das angeschlossene Suchgerät verstärkt das Signal der Geophone um den Faktor 500.000 bis 1.000.000. Dieses so verstärkte Geräusch wird über zwei Kopfhörer ausgegeben. Die Ortungshelfer am Gerät haben nun die Aufgabe über einen Wahlschalter am Gerät jedes Geophon einzeln abzuhören und zu vergleichen, welches das stärkste Geräusch aufnimmt. Ist nun das Geophon mit dem stärksten Signal ausgemacht, werden die anderen Geophone um dieses eine herum neu ausgelegt und erneut die verschiedenen Lautstärken verglichen. Wenn durch umlegen der Geophone keine Veränderung des Klopfgeräusches mehr wahrgenommen werden kann, ist der Verschüttete an dieser Stelle lokalisiert.
Über eine ebenfalls am Suchgerät anschließbare Wechselsprechsonde besteht die Möglichkeit Kontakt zu den Verunglückten aufzunehmen. Das Problem bei der technischen Ortung besteht darin, dass der Verschüttete sich durch Klopfen oder Scharren bemerkbar machen muss. Ist er dazu nicht in der Lage, z.B. weil er bewusstlos ist, ist eine erfolgreiche Ortung nicht möglich. Ein anderes Problem liegt in der hohen Empfindlichkeit der Geophone, die nicht nur die gesuchten Signale des Opfers, sondern auch alle Störsignale wiedergeben. Dies sind z.B. nachrieselnder Sand, knackende Holzbalken und Motorengeräusch von an der Einsatzstelle betriebenen Notstromaggregaten und Fahrzeugen. Um diese Störsignale unterdrücken zu können, verfügen die Suchgeräte über fixe und variable Filter. Diese unterdrücken die Wiedergabe bestimmte Frequenzbereiche. Die Kunst der Ortungshelfer besteht darin, diese Filter richtig anzuwenden und Klopf-/Scharrgeräusche von Störsignalen zu unterscheiden.
Zusätzlich wurde durch den Helferverein ein Nachtsichtgerät beschafft, mit dessen Hilfe es möglich ist vermisste Personen auch bei Dunkelheit in der freien Fläche erkennen zu können. Es ist damit relativ problemlos möglich auch größere Freiflächen im Dunkeln sehr schnell überblicken zu können.
Die Ausstattung der FGr Ortung umfaßt unter anderem:
Fahrzeuge der Gruppe:
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![]() |
Bezeichnung: Hersteller / Typ: Funkrufname: Kennzeichen: Besatzung: Führerscheinklasse: C1E |
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Bezeichnung: Hersteller / Typ: Kennzeichen: Besatzung: Führerscheinklasse: BE / C1E |
Kontakt:
Für interessierte Mitbürger, die gerne sich und Ihren Hund in den Dienst der guten Sache stellen wollen, besteht jederzeit die Möglichkeit uns zu direkt zu besuchen oder weitere Informationen über eine mögliche Mitwirkung im THW und unserer Ortungsgruppe zu erhalten.
Anmerkung:
Zum derzeitigen Zeitpunkt können wir leider keine Hundeführer aufnehmen. Wir bitten um Verständnis! Sollte sich die Lage ändern werden wir es hier bekanntgeben.
Ansprechpartner:
EMail: ortung@thw-mainz.de
Diese Infoseite über die Fachgruppe Ortung wird von der Gruppe selber gestaltet und gepflegt.
THW OV Mainz
http://www.thw-mainz.de/staticpages/index.php/ortung